[28/52] Wenn Einsätze Geschichte schreiben
In 50 Jahren Feuerwehr Bad Schönborn gab es Einsätze, die bis heute in Erinnerung geblieben sind – weil sie groß waren, unberechenbar wurden oder die Feuerwehrleute menschlich besonders gefordert haben.
Am 23. Mai 1978 begann nach starken Regenfällen eine Hochwasserkatastrophe. Einige niedrig liegende Teile Mingolsheims wurden überflutet. Vier Tage lang pumpten Einsatzkräfte aus Bad Schönborn mit Unterstützung aus Kronau, Bruchsal, Münzesheim, Waghäusel, Oberhausen und vom THW Keller aus, sicherten Gebäude mit Sandsäcken und verhinderten in der Bruchsiedlung, dass der Kraichbachdamm brach.
Auch der Brand am 27. November 1997 in der Insel zeigt, wie tückisch Einsätze sein können. Aus einem zunächst schnell gelöschten Zimmerbrand in einem mehrgeschossigen Wohnhaus wurde in der Nacht ein Dachstuhlbrand. Nur ein massiver Löschangriff von außen brachte das Feuer unter Kontrolle; das angrenzende Wohngebäude konnte gerettet werden. Die Ursache – Wärmeleitung durch das Mauerwerk – war mit damaliger Technik nicht erkennbar.
Besonders belastend war der Wohnungsbrand am 3. Oktober 2001 im Haus Kraichgaublick der Arbeiterwohlfahrt Karlsruhe-Land e.V. in Langenbrücken. Im siebengeschossigen Gebäude waren 53 Wohnungen belegt, viele davon von älteren oder betreuten Menschen. Trotz sehr schnellen Eintreffens und sofortigem Vorgehen konnte die Mieterin der Brandwohnung nicht mehr gerettet werden. Gleichzeitig machten viele Betroffene mit Hilferufen auf sich aufmerksam, einige drohten zu springen. Das erzeugte enormen Druck und eine große psychische Belastung für alle Helfenden.
Diese Einsätze sind Teil unserer Geschichte und zeigen, warum Feuerwehr mehr ist als Technik und Fahrzeuge: Es sind Menschen, die Verantwortung übernehmen, wenn andere Hilfe brauchen. Genau dieses Engagement prägt die Feuerwehr Bad Schönborn seit 50 Jahren und macht unser Jubiläum zu einem besonderen Anlass, Danke zu sagen.